Franziska Kern

Bloggerin & Trauerbegleiterin

Über Franzi Kern

Franzi ist die Mama von drei Kindern – zwei an der Hand und eins im Herzen. Im Mai 2017 erwartete ihre Familie ihren zweiten Sohn. Leider starb er kurz nach der Geburt völlig unerwartet. Sie durfte den kleinen Lennis nur einmal kurz halten und hat ihn nie lebend gesehen. Bis heute weiss die Familie nicht genau was passiert ist.
Drei Monate später wurde Franzi wieder schwanger und genau 361 Tage nach Lennis ́ Tod wurde ihr Regenbogenmädchen* geboren.

Franzi begann ihre Trauer in ihrem Blog niederzuschreiben. Ein Jahr darauf entschied sie sich eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin zu machen und gründete in der Schweiz den Verein Himmelskind. Mit diesem ist sie heute intensiv unterwegs und begleitet Familien, welche ebenfalls ihr Kind verloren haben.

So schmerzhaft der Weg war und ist, so erfüllt, berührend und voller Liebe ist er auch.

Franzi ist stolz, Mama von einem Ster-
nenkind* zu sein.

Zusatzfragen zum Buch

Ich habe Franziska zusätzlich zu den Fragen im Buch noch folgende Dinge gefragt:

Hast du Angst vor dem Tod und wie stellst du ihn dir vor – eher männlich oder weiblich?

Wenn es nur und mich um mein Leben gehen würde, dann würde ich sagen, dass ich keine Angst vor dem Tod habe – nicht um meinetwillen. Aber der Gedanke daran, dass meine beiden Kinder ohne Mama aufwachsen müssten, raubt mir zuweilen den Atem. Die Vorstellung, dass sie trauern müssten und wie sehr ihnen die Mama fehlen würde, tut so weh. So habe ich in gewisser Weise schon Angst vor dem Tod. Zumindest habe ich Angst, dass er mich nimmt, bevor die Kinder erwachsen sind und mich nicht mehr so sehr brauchen. Und ein bisschen hoffe ich natürlich auch, dass ich meine Kinder aufwachsen sehen und auch Oma werden darf.

Für mich ist der Tod eher männlich. Ich weiss gar nicht warum. Es ist das erste Bild, das mir bei der Frage kam.

Gab es schon einmal in deinem Leben eine Situation, in der du dem Tod näher warst als dem Leben? Wie hat dich das verändert?

Eher indirekt. Als ich bei der Geburt meines zweiten Sohnes für den Not-Kaiserschnitt in Vollnarkose gelegt wurde, habe ich (und ich bin nicht gläubig) innerlich flehentlich gebetet, dass ich wieder aufwache. Ich bin wieder aufgewacht. Genau in dem Moment, als mein zwei Stunden alter Sohn aufhörte zu atmen. Der Tod war ganz nahe. Er hat unsere Familie getroffen, unser Baby und seitdem ist nichts mehr, wie es war. Das war unendlich schmerzhaft und gleichzeitig ist aus diesem Schicksal auch so viel gewachsen. Vor allem ich. Ich wusste vorher nie, was mir Spass macht und was ich gut kann. Ich habe in den letzten drei Jahren Seiten an mir entdeckt, die ich vorher nie kannte. Ich habe Stärken und Fähigkeiten entwickelt, an die ich im Traum nie gedacht hatte.

Der Tod hat mich erschreckt – mich zutiefst erschüttert. Und mich gleichzeitig in ein Leben katapultiert, das mir so viel Sinn und Erfüllung gibt.

Glaubst du an eine Art Leben nach dem Tod?

Ja, ich glaube ganz fest, dass es danach etwas gibt. Ich habe so viele Zeichen von meinem Sohn bekommen, die keine Zufälle mehr sein können. Ich spüre ihn manchmal ganz nah. Ich habe auch schon mit verschiedenen Medien gesprochen und bin durch sie noch viel mehr überzeugt, dass unsere Lieben noch um uns herum sind. Es ist ein tröstlicher Gedanke.

Wobei fühlst du dich besonders lebendig?

Spannenderweise immer genau dann, wenn ich mit dem Thema Tod konfrontiert bin. Ich lebe auf, wenn ich Eltern nach dem Verlust ihres Kindes begleiten darf und wenn ich all meine Energie in mein Herzensprojekt Himmelskind stecken kann. Aber natürlich geben mir meine Kinder auch ganz viel Leben und Bewusstsein dafür.

Und mein Kampfsport. Wenn ich mich im Krav Maga auspowern kann, spüre ich meinen Körper bis in die letzte Faser.

Möchtest du mehr über Franzi erfahren?

Seit dem frühen Tod ihres zweiten Sohnes schreibt Franzi in einem Blog über ihren Weg mit der Trauer. Sie begleitet Familien bei Verlusten von geliebten Angehörigen und stellt auf ihrem Blog Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen verschiedenste wertvolle Ressourcen für den Umgang mit der Trauer zur Verfügung.