Jennifer Otte

Trauerbegleiterin für junge Erwachsene

Jennifer hat mit sechs Jahren ihre Mutter durch Suizid verloren. Knapp zehn Jahre später stirbt ihr Vater an Krebs. Durch den Verlust ihrer Eltern begann Jennifer, sich schon in jungen Jahren mit den Themen Trauer und Verlust zu beschäftigen und begleitet inzwischen andere Trauernde nach dem Verlust der
Eltern. Sie begleitet junge Menschen nach einem Verlust auf ihrem Trauerweg und bietet ihnen einen Raum, in dem sie frei über alles sprechen und sich in ihrer Trauer erfahren dürfen.

Jennifer nähert sich dem Thema Trauer auf einfühlsame und kreative Weise und lässt ihre vielen Ideen in ihre Arbeit als Trau-
erbegleiterin einfließen. Neben ihrem Podcast «Vom Lieben und Loslassen» bietet Jennifer Gruppenprogramme, Retreats, aber auch Einzelbegleitungen (online und offline) an.

Zusatzfragen zum Buch

Ich habe Jennifer zusätzlich zu den Fragen im Buch noch folgende Dinge gefragt:

Hast du Angst vor dem Tod und wie stellst du ihn dir vor – eher männlich oder weiblich?

Ich würde sagen, dass ich weniger Angst vor dem Tod an sich habe, sondern eher Angst davor, Schmerzen zu leiden oder allein zu sterben. Mein eigener Tod macht mir auch weniger Sorgen als der Gedanke daran, dass ein weiterer Mensch, den ich sehr liebe, verstirbt.

Wie stelle ich mir den Tod vor? Wenn ich die Augen schließe und ihn mir vorstelle, erscheint da keine Figur oder eine Person. Ich sehe viel mehr ein Tor oder eine Pforte, durch die ich gehen würde. Eine schöne Vorstellung wäre es, dass mich eine geliebte Person abholt, die bereits verstorben ist.

Gab es schon einmal in deinem Leben eine Situation, in der du dem Tod näher warst als dem Leben? Wie hat dich das verändert?

In wirklicher Lebensgefahr habe ich nie geschwebt, aber es gab durchaus Momente, in denen ich mich dem Tod näher gefühlt habe als dem Leben.

Nachdem erst meine Mutter und dann mein Vater verstorben war, gab es Zeiten, da wäre ich ihnen am liebsten gefolgt und habe mich viel mit meiner Vergangenheit und dem Tod an sich auseinandergesetzt, was natürlich per se nicht schlecht ist. Gleichzeitig fiel es mir schwer, am Leben teilzunehmen und vieles erschien mir damals als sinnlos.

Diese Zeit war schwer, aber die Fragen, die ich mir damals gestellt und die Dinge, die ich hinterfragt habe, haben mir letztlich geholfen, meinen Weg und auch mich ein Stück weit wiederzufinden.

Glaubst du an eine Art Leben nach dem Tod?

Das ist eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Ich glaube, ja. Die Bilder, die in meinem Kopf entstehen, wenn ich mir versuche, ein Leben nach dem Tod vorzustellen, ändern sich immer mal wieder, aber ich denke schon, dass danach irgendetwas kommt. Vielleicht heißt diese Zeit oder Sphäre nach dem Tod aber gar nicht Leben, sondern hat einen ganz anderen Namen und nur dieses Leben heißt Leben? In jedem Fall bin ich eher neugierig als ängstlich, ob etwas danach kommt und wenn was.

Wobei fühlst du dich besonders lebendig?

Ich fühle mich lebendig, wenn ich kreieren und kreativ werden kann. Dann kribbelt es so richtig in mir.

Ich fühle mich lebendig, wenn ich meinen Körper bewegen und spüren kann und in der freien Natur bin, am liebsten am Meer.

Ich fühle mich lebendig, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die mein Herz erwärmen.

Und ja, ich fühle mich sehr lebendig, wenn ich mich mit den Themen Tod und Trauer beschäftigen kann.

Möchtest du mehr über Jennifer erfahren?

Jennifer Otte spricht alleine und mit Gästen über Tod, Verlust und Trauer. Mit «Vom Lieben und Loslassen» erschafft sie einen Ort, an dem sich gemeinsam erinnert, gelacht, geweint und die Trauer geteilt werden kann. 

Dieser Podcast begleitet dich unabhängig der vergangenen Zeit auf deinem Trauerweg.