Abschied durch Krankheit
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Sterbebegleitung ohne direkten Kontakt

Wie kann ich eine sterbende Person begleiten, wenn ich sie nicht besuchen darf?

 

Dieser Artikel enthält Werbung. Er entstand absolut neutraul, ohne Auftrag oder Bezahlung.

 

Vor einigen Jahren war ich selbst von jetzt auf gleich mit der Situation konfrontiert, ein nahes Familienmitglied beim Sterben zu begleiten. Damals war ich komplett überfordert, war es doch das erste Mal überhaupt, dass ich mit dem Sterben in Berührung kam. In der Klinik, in welcher mein Angehöriger stationär untergebracht war, fehlte leider die Möglichkeit, uns beim Prozess des Abschieds zu begleiten. Ebenfalls wurde uns die Verlagerung in ein Hospiz verweigert. Heute wüsste ich besser, wie ich in dieser Lage reagieren könnte und würde. Damals jedoch befand ich mich in einer absoluten Ausnahmesituation. Als Familie meisterten wir diese so gut wir konnten, was alle Betroffenen stark zusammenschweisste.

 

Dank Internetrecherchen erfuhr ich damals davon, dass es für Sterbende sehr anstrengend sein kann, wenn wir mit ihnen direkt kommunizieren. Sie benötigen ihre Kraft bereits um sich von dem irdischen Dasein zu lösen. Daher habe ich begonnen ohne ausgesprochene Worte zu kommunizieren. Anfangs kam ich mir dabei sehr komisch vor. Es fühlte sich ungewohnt an, mit jemandem tonlos zu sprechen. Wahrscheinlich habe ich so gefühlt viel offener „gesprochener“ als wenn ich meine Stimme verwendet hätte. Meine Intention kam auf jeden Fall an, davon bin ich überzeugt. Im Leben wie im Tod geht es ja nie um einzelne Worte oder Taten, sondern stets um das Füreinander-da-sein. Wenn wir Ängsten und Unsicherheiten nicht alleine begegnen müssen, verlieren diese direkt an Schatten und Grösse.

Unterstützung durch Begleitung

Glücklicherweise wurde uns von einem Freund der Familie die Unterstützung durch eine Sterbebegleiterin ermöglicht. Bis zu diesem Moment habe ich weder von Sterbe- noch von Trauerbegleitern jemals etwas gehört. Inzwischen weiss ich wie wertvoll und wichtig diese für unsere Gesellschaft sowie durch den Tod betroffene Einzelpersonen ist und bin sehr dankbar dafür.

 

Gerade jetzt, wie ich diese Buchstaben hier tippe, liegen aufgrund der Corona-Regelungen auf der ganzen Welt besonders viele Menschen alleine, verängstigt und überfordert in ihrem Bett. Einige von ihnen werden sterben. Diese Situation ist besonders. Vergessen wir in und vorallem nach dieser Zeit jedoch nicht:

 

Leider starben bereits ohne Corona eine unbekannte Zahl an Menschen alleine und einsam.

 

Gewisse unter ihnen hatten keine Angehörige mehr. Andere jedoch wurden aufgrund persönlicher Überforderung oder anderen Umständen, wie zu grosser räumlicher Entfernung, nicht mehr weiter besucht und somit auch nicht beim Sterben begleitet.

 

Vielleicht weil der Tod in unserer Gesellschaft ausgeblendet wird?

Dieser Umstand beschäftigt mich schon lange und natürlich in der aktuellen Situation besonders intensiv. Jetzt ist mir jedoch ein kollektives Angebot begegnet, welches sich dem Problem annimmt. Somit müssen möglichst wenig, oder noch besser gar keine Menschen mehr ohne Begleitung sterben. Ausser natürlich dies ist ausdrücklicher Wunsch der sterbenden Person. Wertvolle persönliche Begleitung ist also ohne direkten Kontakt möglich.

 

In diesem durch ein interdisziplinäres Team entwickelten LEITFADEN findest Du Hinweise zur Unterstützung bei der virtuellen und digitalen Sterbe- und Trauerbegleitung.

 

Die beteiligten Fachpersonen sind Sterbebegleiter*innen, Sterbeammen- Sterbegefährten, Koordinator*innen Ambulanter Hospizdienste, Social Entrepreneur*innen, Künstler*innen, Social-Media Redakteur*innen, Doktor*innen der Philosophie, Notfallsanitäter*innen, Krankenpfleger*innen, Student*innen der Psychologie, Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen, Berater*innen und Coaches aus Deutschland und der ganzen Welt, welche zusammen die virtuelle und digitale Begleitung von Sterbenden und Trauernden umsetzen.

Auf der Webseite coronabegleitung.de findest Du zusätzliche Informationen.

 

 

Sterbebegleitung Corona

Wichtige Ergänzung

Sterbebegleitung ist für alle Beteiligten unendlich wertvoll, geht jedoch an keinem Menschen spurlos vorbei. Der Prozess des Abschieds verändert die Person, welche jemanden in den Tod begleitet, oft nachhaltig. Daher ist es für die Begleitenden ausserordentlich wichtig, gute Selbstfürsorge zu betreiben. Die Person, welche beim Sterben begleitet, schenkt viel ihrer Kraft. Darum ist es umso essenzieller, für sich selbst gut zu sorgen. Dies gilt für die Zeit während genauso wie nach dem Prozess.

Achtsam durch den Alltag zu gehen, ist jederzeit wichtig und richtig. Im Hier und Jetzt leben, um dadurch bewusst neue Erfahrungen zu sammeln, macht für Deine Lebensqualität einen wesentlichen Unterschied. Es hilft Dir besonders dabei, gestärkt durch stürmische Zeiten zu kommen. Wichtig ist sie immer, die Achtsamkeit. Persönlich fällt sie mir dennoch teilweise bis heute schwer. Mich selbst an erste Stelle zu setzen habe ich zwar früher nicht gelernt. Dennoch merke ich heute den positiven Effekt, wenn ich es schaffe, für mich selbst gut zu sorgen. Die Symbolik der Luftmaske, welche Du Dir im Falle eines Falles bei einem Flugzeugunglück immer zuerst selbst aufsetzst, damit Du anderen Passagieren überhaupt helfen kannst, ist für mich auf den Alltag übertragen sehr wertvoll.

 

Doch wie schaffe ich einen bewussten Alltag?

Die nachhaltigste Unterstützung finde ich beim täglichen Schreiben, dem sogenannten Journaling. Meine Lieblingszeit für das schriftliche Festhalten meiner Gedanken ist jeweils direkt nach dem Aufstehen. Diese Morgenroutine bereitet mich sehr schön auf den neuen Tag vor.  Seit ich denken kann bin ich total süchtig nach schönen Notizbüchern und farbigen Stiften. Es gibt heute natürlich ebenfalls die Möglichkeit, dieses Ritual digital umzusetzen. So habe ich vor einigen Monaten beispielsweise DAYCATCHER kennengelernt. Die webbasierte App unterstützt Dich bei Deiner Achtsamkeitsarbeit. um, im Hier und Heute zu leben. Gerade nach einem Verlust kann dies besonders schwer fallen.

DAYCATCHER begleitet Dich dabei, im Hier und Jetzt zu sein und dadurch bewusst neue Erfahrungen zu sammeln, welche im Rückblick in Deinem Leben den Unterschied machen. Mehr über DAYCATCHER erfährst Du auf ihrer Webseite.

Du würdest DAYCATCHER gerne testen? Mit meinem Gutschein erhältst Du eine kostenlose Jahresmitgliedschaft.

 

Unterstützungsmöglichkeiten aus der Alternativmedizin

Bachblüten sind natürliche Extrakte aus den Blüten wild wachsender Pflanzen und Bäume. Sie unterstützen uns dabei, den emotionalen Anforderungen des täglichen Lebens in positiver Weise zu begegnen. Weitere Informationen findest Du hier.

Weil mich die Bachblüten in meinem Leben bereits so oft unterstützten, habe ich 2010 die Ausbildung zur Bachblütenberaterin absolviert. Meine Erfahrungen in der Sterbe- und Trauerbegleitung wurden dadurch ebenso bei allen Betroffenen sehr positiv geprägt.

Persönlich biete ich im Moment diese Form der Beratung nicht an. Gerne empfehle ich Dir mir persönlich bekannte Fachpersonen, wie beispielsweise diese zwei wundervollen Menschen, welche ich während meiner Ausbildung kennenlernte:

Anita Vagliardo und Stéphanie Berger schätze ich für ihre Expertise genauso wie für ihre absolute Herzlichkeit.

 

Mein Angebot an Dich

In der kostenfreien TrauerWoche unterstütze ich Dich mit einer 7-tägigen Emailserie. Wenn der Tod erwartet wird, können Trauerphasen  bereits vor dem eigentlichen Sterben erscheinen. Meine Impulse können Dich somit auch bei der Sterbebegleitung unterstützen. Gerne kannst Du Dich hier für die Mailserie registrieren. Sie startet das nächste Mal am 20. April 2020.

 

 

*Was Du unter Palliative Care / Palliativ Pflege verstehen kannst?

Die WHO erstellte 2002 folgende Definition:

“Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, Einschätzen und Behandeln von Schmerzen sowie anderer belastender Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.”

Quelle: Deutscher Hospiz und PalliativVerband e.V.

 

Wenn alles anders ist

In stürmischen Zeiten werden in der Regel von jetzt auf gleich Unmengen bestehender Vorgehensweisen hinterfragt. Darin stecken nebst viel Schmerz immer auch neue Chancen.  Jedoch geschieht die Veränderung plötzlich in rasendem Tempo.

Daher bitte ich Dich ganz besonders:

Lass Dir Zeit, Deine Fragen, Ängste und Unsicherheiten zu spüren und anzunehmen.

Die Möglichkeit, Dich mit der End-lichkeit  auseinanderzusetzen, ist lebensverändernd und oft absolut verunsichernd. Wenn Du dazu Fragen hast, sende mir gerne eine  Nachricht. Von Herzen nutze ich meine bereits erlebten Loslass-Prozesse, um Dich auf Deinem Weg zu begleiten.

Alles Liebe.
Sabrina

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